Kurze Geschichte des BZÖ
Das BZÖ, das Bündnis Zukunft Österreich, ist eine rechtspopulistische Partei, die am 17. April 2005 in Salzburg gegründet wurde. Vorausgegangen war die Abspaltung von hohen Funktionären der Freiheitlichen Partei Österreichs um den ehemaligen Parteiobmann der FPÖ, Jörg Haider. Dieser wurde beim Gründungsparteitag zum Bündnisobmann gewählt. Bei der Landtagswahl in der Steiermark im Jahr 2005, der ersten Wahlteilnahme des BZÖ, lag der Stimmanteil bei nur 1,7 Prozent, an der Landtagswahl im Burgenland kurz danach nahm das BZÖ nicht teil. Nach der erneuten herben Niederlage bei den Landtagswahlen in Wien 2005 mit nur 1,2 Prozent der Stimmen gab Jörg Haider das Amt des Bündnisobmann an Hubert Gorbach ab und übernahm die Obmannschaft des BZÖ in Kärnten.
Der Einzug in den Nationalrat bei der Wahl 2006 gelang dem BZÖ auch ausschließlich durch die fast 25 Prozent Zustimmung in Kärnten, da die Partei in allen anderen Budesländern jeweils unter vier Prozent lag. Spitzenkandidat bei dieser Wahl war Peter Westenthaler, der 2008 wegen Falschaussage zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt wurde (später auf sechs Monate reduziert). Sein Nachfolger und Spitzenkandidat für die Nationalratswahl 2008 wurde Jörg Haider, der im gleichen Jahr auch wieder den Parteivorsitz übernahm.
Wenige Tage nach dem seither besten bundesweiten Wahlergebnis des BZÖ von 10,7 Prozent starb Jörg Haider bei einem Autounfall in Kärnten. Die Parteiführung übernahm sein ehemaliger Pressesprecher Stefan Petzner, wenige Tage später der bis heute amtierende Bündnisobmann Josef Bucher.
Parteiinternes
Der Name Bündnis Zukunft Österreich vermeidet absichtlich den Begriff Partei, um sich von der Strenge einer Partei zu lösen und die Frische und Ungezwungenheit eines Bündnisses zu assoziieren. Die Parteifarbe ist orange, weshalb die Partei auch als “die Orangen” bezeichnet wird. Sie hat aktuell rund 10.000 Mitglieder. 16 BZÖ-Abgeordnete sitzen im Nationalrat. Kärnten ist noch immer das Bundesland, in dem das BZÖ die meisten Wählerstimmen verbuchen kann; bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2009 erhielt Gerhard Dörfler 45,5 Prozent der Stimmen.
Immer wieder wird von einigen Parteimitgliedern der Zusammenschluss mit der FPÖ gefordert, um eine starke rechte Kraft in Österreich zu formen. Nur ein paar Tage vor seinem Tod traf sich Jörg Haider mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zu Gesprächen, von seinem Nachfolger Stefan Petzner wurde allerdings betont, dass es zu keiner Vereinigung kommen wird. Dies ist auch die bis heute bestehende Haltung der Parteiführung.