Kurze Geschichte der FPÖ
Die FPÖ, die Freiheitliche Partei Österreichs, wurde am 7. März 1956 in Wien gegründet. Sie entstand aus dem 1945 gegründeten Verband der Unabhängigen, einer Gruppierung von Nationalsozialisten, ehemaliger Mitglieder rechter Parteien sowie junger Kriegsteilnehmer. Der erste Parteiobmann der FPÖ, Anton Reinthaller, war Mitglied der SS und nach dem Zweiten Weltkrieg für drei Jahre wegen nationalsozialistischen Aktivitäten in Haft. Lange Zeit spielte die FPÖ politisch keine Rolle und erreichte bei Wahlen selten über sechs Prozent. 1980 konnte trotz des bis dahin schwächsten Wahlergenisses in der Geschichte der Partei die erste Regierungsbeteiligung erreicht werden. In der Koalition mit der SPÖ besetzte Norbert Steger den Posten des Vizekanzlers.
Nachdem 1986 Jörg Haider an die Spitze der Partei trat, beendete die SPÖ die Koalition, die FPÖ gewann aber an Wählerstimmen, nicht zuletzt durch die Selbstdarstellung Haiders als charismatischer Rechtspopulist. 1999 schaffte die FPÖ bei den Nationalratswahlen einen Stimmanteil von 26,9 Prozent, koalierte mit der ÖVP und stellte mit Susanne Riess-Passer die Vizekanzlerin. Dies führte zu heftigen nationalen und europaweiten Protesten. Nach internen Querelen und massiven Stimmverlusten gründete Jörg Haider 2005 das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) und verließ die FPÖ. Neuer Parteiobmann wurde Heinz-Christian Strache, der diese Position bis heute ausübt. Unter ihm konnten die Stimmanteile und die Zustimmung der Partei wieder gesteigert werden.
Die Partei nach innen und nach außen
Die FPÖ hat aktuell circa 50.000 Mitglieder. 34 Abgeordnete der FPÖ sitzen im Nationalrat, was sie zur drittstärksten Kraft macht; Martin Graf ist momentan der Dritte Präsident des Nationalrats. Parteivorsitzender ist Heinz-Christian Strache, der 2010 als Kandidat der FPÖ an der Wiener Landtags- und Gemeinderatswahl teilnahm und die zweitmeisten Stimmen erreichen konnte. Da die FPÖ vor allem in ihrer Anfangszeit ihre Mitglieder aus akademischen Kreisen rekrutierte, sind viele heutige Mitglieder ehemalige Burschenschaftler, einige sogar aus schlagenden Verbindungen, was immer wieder zu Kritik führt. Außerdem haben viele FPÖ-Mitglieder einen Hintergrund im rechtsradikalen Milieu oder sind dort noch immer aktiv.
Politisch vertritt die FPÖ das so genannte Dritte Lager, welches deutschnationale und rechtsliberale Gedanken verfolgt. Immer wieder kommt es zu Skandalen, die durch zu radikale, nicht selten ausländerfeindliche, Aussagen oder Slogans der FPÖ ausgelöst werden. Trotz der von Heinz-Christian Strache nach außen verkauften Meinung, die FPÖ hätte nichts mit Rechtsradikalismus und Faschismus zu tun, sorgen regelmäßig dahin gehende Meinungsäußerungen und Enthüllungen für Kontroversen in Presse und Bevölkerung.