Die Parteienlandschaft in Österreich ist sehr vielfältig. Die Partei mit dem zur Zeit größten Wählerpotential, aber auch herben Verlusten bei der Nationalratswahl 2008 ist die SPÖ (Sozialdemokratische Partei Österreichs- 57 Mandate), dicht gefolgt von der ÖVP (Österreichische Volkspartei- 51 Mandate) und der mit etwas Abstand folgenden FPÖ (Freiheitliche Partei Österreichs- 35 Mandate).
Newcomer wie die von Jörg Haider gegründeten Splitterpartei BZÖ (Bündnis Zukunft Österreich- 21 Mandate), sowie die Grünen (Die Grüne Alternative- 20 Mandate) sorgen für frischen Wind unter den Parteien. Beachtenswert ist vor allem die BZÖ, die erst im Jahr 2005 gegründet wurde, und schon bei der Nationalratswahl im September 2008 17,5% der Wählerstimmen für sich gewinnen konnte. Das ist ein sattes Plus von 6,5% gegenüber der Nationalratswahl 2006.
Geschichte der Parteienlandschaft Österreichs…
Über viele Jahre hinweg, war die Parteienlandschaft relativ stabil. Veränderungen gab es meistens nur im kleinen Stil. Die Regierungsverantwortung lag entweder bei der SPÖ oder der ÖVP oder einer großen Koalition zwischen beiden, als Zünglein an der Waage fungierte oft die FPÖ. Die restlichen kleinen Parteien spielten eher eine untergeordnete Rolle, und tauchten in der Wahlstatistik kaum auf.
Wie kam es zu dann zu so einem tiefgreifenden Wandel?
In den 80er Jahren kristallisierten sich neue Themen, wie z.B. der Umweltschutz oder auch Fragen rund um die Frauenbewegung heraus, die sich aus einer sich stark veränderten Gesellschaft ergaben. Außerdem rückte immer mehr das Thema Globalisierung auf die Tagesordnung der politischen Bühne. Die großen Volksparteien lieferten zu wenige, schlüssige Antworten auf die Fragen der Zeit, so dass neue Parteien diese Chance nutzen, um mit diesen Themen für sich Wählerpotential zu gewinnen.
Änderungen in der Parteienlandschaft, Chance oder Risiko?
Die Veränderungen in der Parteienlandschaft Österreichs, können durchaus auch als Chance angesehen werden, um alte Strukturen zu brechen und Antworten auf gravierende Fragen unserer Zeit zu finden. Risiken bestehen darin, dass das Gleichgewicht der Parteien verloren geht und eine politische Richtung sich zu dominant entwickelt. Mit politischem Fingerspitzengefühl wird es jedoch den großen Volksparteien gelingen, die österreichischen Wähler für sich zu mobilisieren, wenn auf die Fragen der Gegenwart und Zukunft auch plausible Antworten geliefert werden, die dem demokratischen Verständnis entsprechen.